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Der "Hobo-Kocher"...

Was zum Teufel ist ein Hobo?

Was ein Hobo bzw. Hobo-Kocher oder Hobo-Ofen ist, habe ich mich Anfangs auch gefragt.

Das ist ein Hobo:

betriebsthemp
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edelstahl
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hobo-ready
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innenansicht
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nightglow
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testbau
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work-themp
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Aber wie kommt man überhaupt auf einen Hobo?
In den letzten Wochen habe ich viel über unsere Tourenausrüstungen, Notvorräte und unsere Notaurüstung nachgedacht.
Dabei fiel mir ein Problem auf, welches ich bisher nicht so genau betrachtet hatte bzw. dessen weitreichende Folgen mir nicht richtig bewußt waren.
Die Grundversorgung mit Wärme und Energie.
Egal, wie gut und wie umfangreich man vorsorgt, irgendwann ist Campinggas, Petroleum, Ethanol und eventuell sogar Kohle aufgebraucht.
In Krisenzeiten, die auch mal länger andauern können, muss man aber trotzdem irgendwie mal kochen oder zumindest Wasser erhitzen, ganz abgesehen vom Heizen in der kalten Jahreszeit.

Also machte ich mir erst Gedanken über die bestehenden Möglichkeiten.
Trotz aller Überlegungen kommt man an einem, seit Urzeiten genutzten Brennstoff nicht herum: Holz!
Man soll es echt nicht glauben, aber es ist tatsächlich so. Wenn man nix mehr an Brennstoff hat, gibt es gerade in unseren Breitengraden hier immer noch Holz.
Selbst ökologisch kann man halbwegs beruhigt sein (selbst in Notsituationen), da Holz CO2-Neutral ist :-)

Schnell war klar, dass es also ein Allesbrenner sein muss, also machte ich mich auf die Suche nach einer Lösung, die natürlich unbedingt einige Bedingungen erfüllen musste:

- Zuverlässigkeit und einfache Handhabung
- simples Funktionsprinzip
- Einfache, leichte Wartung
- mobiles System
- Betrieb auch bei widrigsten Umständen
- absolut sparsamer Verbrauch

Da ich ja bekanntlich immer mal wieder bei anderen “Outdoorern und Survivalisten” vorbei schaue, fand ich zu diesen Beschreibungen einen Artikel über Hobo´s. Man muss das Rad ja nicht wieder neu erfinden….

Ein Hobo (Details über Ursprung und Herkunft etc.) ist ein wirklicher Allesbrenner.
Das Prinzip eines Hobo´s basiert auf dem sogenannten Kamin-Effekt, d.h. brennendes Material in der Brennkammer wird von unten mit Sauerstoff (Luft) versorgt und brennt dadurch extrem heiß. Die heiße Luft wird durch die aufsteigende Wärme praktisch durch die Kaminbauweise nach oben gesaugt.
Diese Technik hat einige Vorteile!
In der Brennkammer wird durch den ständigen Luftzug eine extrem hohe Kerntemperatur erreicht, so dass selbst nasses Brennmaterial, welches von oben nachgelegt wird, sehr schnell trocknet und somit brennt.

Soweit die allgemeine Kurzinfo über Hobo´s und wie sie funktionieren.

Hobos kann man natürlich kaufen (recht teuer) oder eben selbst bauen.
Ich fand als Einstiegsseite diese Beschreibung und Anleitung sehr nützlich!

Die “Ikea-Variante” fand ich wirklich sehr schräg aber auch gleichzeitig interessant.
…und rund 70€ für einen Fertig-Hobo von diversen Outdoor-Ausrüstern finde ich einfach viel zu teuer.

Nach kurzer Testphase meines Ikea-Hobos, stellte ich fest, dass es noch einiges zu verbessern gab.

Die Grundform, das Material und der Aufbau ist in vielen Artikeln im Internet ausreichend und erschöpfend beschrieben.

Meine Optimierungen bezogen sich entsprechend auf den Brennraum.
Ich überlegte, wie man auch sehr feuchtes oder auch nasses Material mit wenig trockenem Material (Zunder, Papier etc.) schnell und effektiv zünden und verbrennen kann.
Dabei kam mir die Idee, die Brennkammer des Hobos in zwei Bereiche einzuteilen.
Einmal die Hauptbrennkammer, die man wie bei fast allen Hobos von oben “nachfüllt”.
Als Besonderheit zusätzlich eine “Anbrenn- bzw. Zündkammer”, die unterhalb der Hauptkammer liegt.
Bei meinem Hobo habe ich dies durch 6 x M6-Edelstahlschrauben gelöst, die ich von Aussen durch die vorletzte Lochung des Ikea-Körpers nach Innen sternförmig verschraubt habe.
Feuchtes Material (Holzstücke, Kohlestücke etc.) findet genug Auflagefläche ohne durchzufallen und trotzdem ist der Kamineffekt (Luftzug) auch weiterhin gewährleistet.
Dazu kommt noch, dass Material, welches durch Brand und Glut nach einiger Zeit nach unten automatisch durchfällt, dort weiterglüht und dadurch die Edelstahlschrauben weiter bis zur hellroten Glut bringt und hält.
Ist diese “Betriebstemperatur” erst mal erreicht, kann man oben in die Hauptkammer sogar nasses Brennmaterial einfüllen und es wird in kürzester Zeit ebenfalls zur Wärmequelle!

Ein weiteres Manko bei den “Ikea-Hobos” ist, dass der Kamineffekt durch die vielen Löcher eher nachteilig beeinflusst wird.
Die Löcher sorgen nämlich nicht dafür, dass mehr Luft angesaugt wird, sondern dass die Sogwirkung mangels “geschlossener Rohrlänge” nachlässt.
Meine Lösung nach einigen Experimenten war, die Löcher durch M6-Stahlschrauben zu verschließen, welche innen mit einer M6 Kontermutter verschraubt wurden.
Natürlich ergibt sich  beim verschließen der vielen Löcher mittels Schrauben eine nicht zu verachtende Gewichtszunahme, die jedoch durch einen Effekt kompensiert wird, der mir erst im Nachhinein auffiel.
Die zusätzliche “Metallmasse” durch die Verschraubungen wird im Betrieb natürlich mit angeheizt und fängt teilweise auch an zu glühen.
Selbst wenn das Brennmaterial bis auf einen kleinen Staubhaufen verbrannt ist, strahlt das heisse Metall noch längere Zeit erhebliche Wärme ab. Da man z.B. in geschlossenen Räumen (z.B. Zelt etc.) ja kein offenes Feuer betreiben sollte, kann man den ausgebrannten Hobo durchaus hineinstellen und dadurch immer noch eine ausreichende Wärme erzeugen.

Mein “modifizierter” Hobo hat somit einige Vorteile gegenüber einem Standard-Modell.

Besonders hervorheben kann man aufgrund der extrem hohen Betriebstemperatur, dass kaum Rauch oder Ruß entsteht. Selbst ein aufgesetzter Topf verrußt nicht an der Unterseite.
Natürlich stellt sich bei derart hohen Temperaturen die Frage, was passiert z.B. im Freien mit der Grasnarbe, wenn der Hobo auf einer Wiese oder ähnlichem betrieben wird.
Auch daran habe ich gedacht.
Durch den Unterbau eines zweckentfremdeten Dünsteinsatzes für Töpfe wird die Wärme zusätzlich nach oben abgestrahlt.
Bedingt durch die Verschraubung der Brennkammern mit dem Dünsteinsatz mittels langer Edelstahlschrauben ergibt sich ein Abstand zwischen Brennkammern und Dünsteinsatz von ca. 4cm. Dies reicht aus, um einen Wärmeaustausch nach unten nahezu komplett zu unterbinden.
Da das gesamte Teil dazu noch auf einem ebenfalls zweckentfremdeten runden Backblech steht (zum auffangen von Rest-Asche), wird keinerlei Wärme an den Untergrund abgegeben.
Selbst beim Test mit Holzkohle bei Dauerbefüllung und einer Betriebszeit von über einer Stunde, konnte ich selbst den nur handwarmen Dünsteinsatz noch anfassen. Das Backblech unten drunter blieb absolut kalt.
Dabei bedenke man, dass beim Test die Brennkammern samt Verschraubungen sogar Aussen rot glühten!

Im Anhang dieses Artikels führe ich die technischen Daten meines Hobo´s noch auf.
Übrigens, meine Tochter Kathy, die beim Grundmodell des Hobos begeistert mitgebaut hat, taufte Ihn auf  “Turbo-Hobo 3000″ ! :-)

Nach einigen umfangreichen Probeläufen und weiteren kleinen Verbesserungen bestand er letztendlich sämtliche Tests mit verschiedenen Brennmaterialien mit Bravour.

Besonders effektiv kann er mit den Wachspads gezündet werden, natürlich reicht aber auch Papier, Zunder, Holzwolle oder irgend ein anderes Anbrennmaterial zum Start.
Hat er seine Betriebstemperatur (ca. 850 bis 900°C)  im Kern (im Bereich der Stahlschrauben zwischen Haupt- und Zündkammer) erst einmal erreicht, verbrennt er so ziemlich alles, mit was man ihn füttert.

Hier nun die technischen Daten:

Höhe d. Haupt-Brennkammer: 8cm
Höhe d. Zünd-Brennkammer: 4,5cm
Gesamthöhe: 23cm
Durchmesser (Brennkammern): 12cm
Durchmesser mit Unterlagen: 25cm
Betriebstemperatur (in °Celsius, Kern): ~ 850 bis 900
Zeit bis zum erreichen der Betriebstemperatur: ca. 12min
Zeit, um 1 ltr. Wasser im Topf ohne Deckel zu erhitzen: ca. 5min
Heizleistung (gemessen an durchschn. Material-/Wärmeabstrahlung) ca. 7kW bis 12kW
Gesamtgewicht (Leergewicht): 1400g
Material (Brennkammern): Edelstahl
Sonstige Bauteile: Edelstahl, Stahl, Stahlblech
………………………
Verwendete Einzelteile:
Brennkammern: Ikea-Besteckhalter (Modell Ordning klein)
Topfaufnahmen: 4x Rohrhalter (Baumarkt)
Strahlschutz: Dünsteinsatz für Töpfe vom Discounter
Staub- und Resteauffang: Backblech vom Discounter
Verschraubungen: diverse Edelstahl-Schrauben M6

Kommentare   

 
0 # Fan 2013-04-08 15:22
Nice
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+2 # TooltimeMike 2013-04-16 20:45
Hallo, ja der Hobokocher. letztens gab es mal wieder diese Grilkohle Unsinnanzünde Hilfen bei LIDL. Schwupps umgebaut zum HOBO.
Videolink https://www.youtube.com/watch?v=l2SASTPkFhQ

Grüße vom Krisenstammtisc h Berlin, tolle Seite TTMike
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0 # Mike 2013-05-14 11:45
Wie oft hält der umgebaute ikea besteckhalter dann durch? Also wie oft kann der voll aufgeheizt werden bevor das Material aufgibt?
Kann der auch mal über mehrere Stunden betrieben werden?
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0 # Mathias 2013-05-14 20:51
Hallo Mike,
also das Ding besteht ja aus echtem Edelstahl.
Wir haben den schon viele Stunden mit Brikett-Stücken betrieben.
Mehrere Stunden also rotglühendes Metall.
Abgesehen von der Verfärbung des Edelstahls, also nur optische Änderung, sonst keine Schäden.
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