Das neue Zelt...
Vorab-INFO:
Als leidenschaftliche und überzeugte "Zelt-Camper" und "Prepper" sehen wir ein Zelt eigentlich eher als zwei Gegenstände an. Zum Einen ist es eben ein ganz normales Zelt für Camping und Urlaub, zum Anderen ist es in Krisen- oder Notsituationen eine zuverlässige Notunterkunft.
Unser (neues) Zelt ab 2010/2011
Ein kleiner Rückblick...Wir haben doch über die ganzen Jahre schon einige Zelte genutzt. Im Jahr 2010 haben wir das letzte mal unser gutes altes "Geodäth-Zelt" eingesetzt.
Das Zelt war wirklich robust und hat neben so manchem Unwetter sogar einen richtig heftigen Sturm in Italien überstanden.
Mit kleinen Tränen im Auge trauern wir dem Zelt doch ein wenig hinterher....R.I.P.
Ok, man sollte immer nach Vorn schauen :-)
Aus Platzgründen, Gründen der Materialermüdung des Zeltes und der "unten offenen" Bauweise (samt Krabbelbesuchen) haben wir uns nach einem Nachfolger umgesehen.
Nach vielen Überlegungen, Abwägungen, Preisvergleichen, Testberichten und Recherchen haben wir ein, für uns optimales Zelt gefunden.
Die Wahl fiel auf das "Parks 5" der Vertriebsfirma "Grand Canyon".
Mit rund 450€ Anschaffungspreis liegt es in unseren Augen im mittleren und noch akzeptablen Preissegment.
Die Wahl ist natürlich nicht ohne Grund auf dieses Zelt gefallen. Bei unseren Recherchen fiel uns nämlich recht schnell auf, das dieses Zelt unter der Bezeichnung "Parks 5" in verschiedenen Qualitäten und mit verschiedenen Ausstattungen auf dem Markt kursiert.
Erstaunt waren wir zudem, dass hinter dem eher "Noname-Anbieter" "Grand Canyon" kein geringerer Hersteller steht als der nahmhafte und renomierte Hersteller "Nordisk".
Die gute und trotzdem günstige Qualität der Nordisk-Artikel ist mir seit langem bekannt.
Wenn man sicher weiß, dass hinter einem speziellen Zelt in einer speziellen Ausstattung ein sehr renomierter Zelthersteller steckt, kann man eigentlich nix verkehrt machen.
Im Zweifelsfall hätte man es ja auch wieder zurück geben können....
Als wir das Zelt erhielten, waren wir auf Anhieb von der hervorragenden Qualität und Verarbeitung überrascht.
Eine solch gute Qualität in diesem Preissegment hat uns doch eher positiv erstaunt. Das hatten wir nun doch nicht erwartet.
Das Zelt, welches wir erhalten haben, ist noch das Modell und die scheinbar spezielle Ausführung "2010", welche sich doch von den anderen Modellen etwas unterscheidet.
In Internet-Berichten haben wir einige verwunderliche Unterschiede bei Testern gelesen:
- - mangelnde "rundum"-Verschlussmöglichkeit des Einganges
- - Innen beidseitige Tooltaschen
- - nicht abdeckbares "Sky-Window"
- - keine Deckenbefestigung
- - Problematische Lüftungsaufsteller
- - "billige minderwertige Häringe"
- - Ein bzw. doch zwei Eingänge
Bei unserer Ausführung lässt sich jedoch der Eingang komplett mit einem eingearbeiteten Moskitonetz per Reißverschluss rundherum komplett verschließen. Die Außenabdeckung des Eingangs lässt sich ebenfalls komplett verschließen (bis auf unten am Boden, was aber Sinn macht). Allerdings gibt es bei uns keine seitlichen Tool-Taschen, dafür aber am Innenzelt einige Einschübe für Zeitschriften oder Krimskrams. Unser Sky-Window (transparentes Dachfenster) hat innen eine Abdeckung, die einseitig abgezippt und aufgerollt und verstaut werden kann. Auch wurde bei unserer Variante ein solider Deckenhaken in Höhe einer Strebe angebracht. Die Lüftungsaufsteller funktionieren einwandfrei und sorgen für gute Belüftung (den Sinn und den Pflichteinsatz haben wir aber erst beim ersten Einsatz schätzen gelernt). Die mitgelieferten (sehr viele incl. Reserven) Häringe sind sehr stabile Stahlhäringe, die weit über der Qualität anderer Zelte liegen.
So wie es aussieht, haben wir nicht nur ein hochwertiges Markenzelt auf diese Weise günstig ergattert, sondern auch noch ein Modell mit akzeptabler Ausstattung erhalten.
Bevor ich nun hier mit der Beschreibung, den Eigenarten, Vorteilen und Nachteilen bzw. Mängeln weiter mache, nun erst einmal die reinen technischen Daten:
Technische Daten:
(die Zeltausführung 2010, so wie wir sie erworben haben)
Hersteller: Grand Canyon (Nordisk)
Zelttyp/-Form: Tunnel
Modell/Ausführung: Parks 5 Ver. 2010
Farbe: Bicolor (Grau/Sand)
Schlafplätze: 5 (teilbar 3 + 2) nebeneinander
Besonderheit:
Durch zwei seitlich montierbare und verstellbare Innenstangen in Bogenhöhe ist dieses Tunnelzelt ohne Abspannung bedingt freistehend.
Gestänge-Bögen: 4 parallel
Abmessungen (Grundfläche): 475cm x 305cm
Abmessungen (Höhe Zelt): 205cm
Abmessungen (Höhe Schlafkabinen): 190cm
Maße Innenzeltkabine(n): (180 x 215 x 190 cm) + (120 x 215 x 190) (BxTxH)
Schlafkabine mit zwei Eingängen teilbar per Reißverschluss-Vorhang (Blickdicht).
Abspannpunkte:
Bodenfläche (Bodenplane): 14 Abspannpunkte auf Erdhöhe (Folie u. Außenzelt)
Abspannpunkte (Leine, Zelt): 21 Abspannpunkte m. Leinen
Abspannpunkte (Fensteröffner): 10 mit Leinen
Material Außenzelt: 190T Polyester PU beschichtet, UV-Resistent
Innenzelt (Schlafkabinen): 100% Polyester, atmungsaktiv und imprägniert
Bodenwanne: PE, PE -Boden ist fest und komplett mit der Zelthaut vernäht
Nähte: Durchweg getapte und versiegelte Doppelnähte
Wassersäule Außenzelt: 3000mm
Bodenwanne: 100% Wasserdicht
Gestänge: Fieberglas , Durchmesser 11 bzw. 12mm
Material Heringe: Stahl
Packmaß: 80cm x 30 cm
Gewicht: ca. 17,5 kg
Preis: ca. 450€ (Stand. 2010)
So, soweit die reinen technischen Daten, die eigentlich schon überzeugen.
Die Optik ist aus unserer Sicht auch ganz ok. Die angegebenen 5 Schlafplätze sind auch tatsächlich so nutzbar, da das Zelt von der Größe her gut bemessen ist. Selbst bei Regenwetter können sich 5 Personen ohne Platzprobleme im Vorraum aufhalten bzw. sitzen.
Der Eingangsbereich ist wettergeschützt (ein kleines Spann-Vordach).
Der Moskitoschutz in Form von kleinmaschigen Meshnetzen ist rundherum an allen Belüftungsstellen und im Eingangsbereich gewährleistet.
Die beiden innenliegenden Stabilisierungsstangen sorgen dafür, dass dieses Tunnelzelt auch ohne Abspannung frei steht. Zusätzlich sorgt diese geniale Konstruktion auch dafür, dass die Abspannpunkte entlastet werden.
Da es sich ja um eine komplett geschlossene Konstruktion handelt (Außenzelt und Bodenwanne), bleiben ungeliebte Gäste (Krabbeltiere etc.) draußen.
Die Kombination von abgedeckten Fenstern und Lüftung (vertikal zweigeteilt, oben Meshnetze) sorgt für eine ausreichende Lüftung und beugt Kondenswasserbildung vor (wenn man es erst einmal kapiert hat, diese auch zu nutzen. Bei unserem alten Geodäth-Zelt war unten alles offen und somit ausreichend Lüftung vorhanden. Diesen neuen Umstand mussten wir bei einem geschlossenen Tunnelzelt erst mal lernen :-) )
Das "Sky-Window" hielten wir erst für eine nette Spielerei, haben die zusätzliche "Helligkeit" aber mittlerweile sehr schätzen gelernt. Schön dabei ist, dass bei starken Sonnenschein dieses "Fenster" abgehangen werden kann.
Nun zur Wasserdichtigkeit (Wassersäule) des Außenzeltes:
Die Wassersäule beschreibt ja die Qualität und die Stärke bzw. die Wasserdichtigkeit der Zelt-Beschichtung. Je
höher die Wassersäule desto wasserundurchlässiger die Beschichtung (... und desto höher der Preis).
Schon 1.200 mm gelten gemäß der DIN-Norm als 100% wasserdicht, aber den Unterschied zwischen dieser und höheren Wassersäulen wird offensichtlich, sobald es stark zu regnen anfängt.
Aus unserer Sicht hat sich das Zelt selbst bei zwei starken Unwettern durchaus als wasserdicht bewährt.
Hört sich doch alles gut an und fast wie aus einem Werbeprospekt.
Ja schon....aber...
Natürlich gibt es auch am Zelt etwas zu bemängeln.
Die Bodenwanne ist nicht wirklich eine Bodenwanne, da diese nicht wie üblich einige Zentimeter "hochgezogen" ist, sondern nur wie eine Plane auf dem Boden liegt. Daran ist dann direkt die Zelthaut vernäht.
Beim ersten Einsatz hat sich das Zelt wie schon erwähnt, trotzdem als relativ dicht erwiesen.
Warum nur relativ?
Viele Leute denken oder glauben ja, es gäbe richtig dichte Zelte...
Nein, gibt es nicht! Selbst die Spitzenhersteller weisen darauf hin, dass ein Zelt an manchen Stellen (gerade Nähte, Abspannpunkt etc.) auch mal etwas undicht sein kann. Dafür gibt es ja Nahtdichter.
Auch bei unserem Zelt gab es zwei bis drei Stellen, an denen geringe Mengen Wasser eintraten.
Hauptsächlich waren dies die Abspannpunkte der Bodenplane und die Endstücke der Innenstreben.
Nach der ersten Tour habe ich diese Stellen sozusagen "getuned". Mit Berger-Nahtdichter und viel Geduld und Sorgfalt habe ich diese Stellen beidseitig(!) abgedichtet.
Oft "tapen" bzw. dichten die Leute ihre Zelte ja nur innen ab, da es "von Außen ja nicht so schön aussieht". Da ich aber mehr Wert auf Funktionalität lege als auf Optik, wurden die Nähte doppelt abgedichtet. Für eine Außenabdichtung spricht zudem, dass dann bereits dort Außen, wo die Feuchtigkeit als erstes auftrifft, ein Einsickern vermieden wird, bevor Wasser erst in eine Naht zieht und dann irgendwo innen von einem Tape oder Nahtdichter vor dem durchtropfen abgehalten wird.
Bei Wasser sollte man den Kapillar-Effekt nicht unterschätzen....Wasser sucht sich seinen Weg ;-)
Bei den Abbildungen zum neuen Zelt hier im Anhang, beschreibe ich noch jeweils zu jedem Bild detailliert, was wo wie wann war...
In unserem Kurzurlaub 2011 mussten wir "wasserstandsbedingt" einmal die Örtlichkeit wechseln. Dabei spielte das Zelt seine einzigartige Besonderheit voll aus, die freistehende Tunnelkonstruktion. Wir, zwei Erwachsene, zwei Kinder konnten das Zelt locker gute 50m zu einer anderen Stelle tragen und absetzen.
Ärgerlich war allerdings, dass beim Lösen der Häringe ein Abspanngurt des Zeltbodens herausriss. Da ich mir dabei aber zumindest eine Teilschuld eingestehe, war und ist das kein Reklamationsgrund.
Nach der Tour habe ich mir im Selbststudium das "Schusternähen" mit einer Hand-Ahle beigebracht und das Gelernte dann am Zelt umgesetzt. Dieser Abspannungspunkt wird sicher nie wieder ausreißen ;-)
Noch etwas zum Einsatz von Nahtdichtern. Wie erwähnt, habe ich den Nahtdichter von Fritz Berger benutzt. Das ist eine Blechflasche mit Pinsel. Der flüssige Nahtdichter wird einfach mit dem Pinsel aufgetragen und trocknet sehr schnell. Neben dem Effekt der Nahtdichtung sorgen solche Dichter auch für eine gewisse Stabilisierung und Festigkeit.
Abspannpunkte gibt es am Zelt reichlich und die sollten auch bei Tunnelzelten immer reichhaltig genutzt werden. Wenn man gleich beim Zeltaufbau vernünftig abspannt, muss man bei Wind und Wetter nicht hinterher mühsam und eventuell sogar bei Nacht und Regen mit der Taschenlampe nachspannen. Die mitgelieferten 3mm Abspannleinen aus einem selbstreflektierenden Nylon-Material sind ausreichend vorhanden und von guter Qualität.
Fazit:
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei diesem Zelt einfach hervorragend, gerade wenn man bedenkt, dass es doch ein Produkt eines renomierten Markenherstellers ist.
Unsere akribische Recherche nach einem neuen Zelt hat sich für uns absolut gelohnt.
Für uns erfüllt dieses Zelt durchaus seinen Zweck als Camping- und Urlaubszelt. Nach dem ersten Test haben wir zudem auch keine Bedenken mehr, dieses neue Zelt als Outdoor-Behausung und als Krisen- oder Notunterkunft im Falle eines Falles zu nutzen.
Da wir mit diesem neuen Zelt ja nun auch zwei Unwetter (Sturm und Starkregen) in den Alpen samt entsprechender Windböen erlebten, halten wir das Zelt sozusagen auch aus praktischer Erfahrung für sehr windstabil (auch seitlich, gute Abspannung vorrausgesetzt).
Abschließend kann man sagen, dass uns dieses neue Zelt insgesamt sehr gut gefällt und es für unsere Einsatz- bzw. Nutzungszwecke optimal geeignet ist.
Über die Jahre wird es sich dann noch "Bewähren" müssen....
Hier nun noch die Bilder von unserem neuen Zelt. Jedes einzelne Bild besitzt bei Auswahl auch noch eine kleine jeweilige Info.

