Staatl. Vorratsempfehlung...
[Aktualisiert: 26.01.2012]
Die staatliche Vorratsempfehlung...
Vorab, wer es noch nicht weiß:
Unsere Staatsorgane (Bund und Länder) empfehlen schon seit einiger Zeit, gewisse Notvorräte anzulegen. Natürlich nicht so öffentlich, sondern gut versteckt und wohl eher für den Fall, dass sie hinterher sagen können "...also wir haben doch gewarnt und geraten....",
z.B. >>> HIER
Solchen Empfehlungen war ich schon immer sehr kritisch gegenüber eingestellt, weil diese erfahrungsgemäß von "Schreibtischtätern", also von Theoretikern erarbeitet werden, die von der Materie meist keinerlei Ahnung haben.
Egal, welche Vorratsempfehlung man analysiert, man findet doch meist ein paar Fehler oder Ungereimtheiten.
Warum?
Diese Vorratsempfehlungen basieren oft auf irgendwelchen Empfehlungen für ausgewogene Ernährung.
Ich halte es für falsch, einen Notvorrat nur anhand einer ausgewogenen Ernährung zu konzipieren.
Ich meine, ein Vorrat für den Notfall (Empfehlungen gibt es auf Landes- und Bundesebene) sollte auch auf eben diesen "Notfall" zugeschnitten sein.
Für Notsituationen und deren Überbrückung mit Notvorräten, bei denen die Behörden ja auch nur ein Zeitfenster von maximal 14 Tagen in´s Auge fassen, muss man doch nicht auf maximale Ausgewogenheit mit Vitaminen, Spurenelementen und Nährwerten achten oder?
Ich denke, man muss diese Zeit einfach sicher überleben und nicht mehr!
Mir kann keiner erzählen, dass in diesem engen Zeitrahmen von maximal 14 Tagen ein Mensch an lebensbedrohlichen Mangelerscheinungen erkrankt.
Abgesehen davon, wird immer wieder allen Ernstes der Einsatz von Kühlschrank und sogar Kühltruhe mit in die Planung einbezogen (Stromausfall kennen die Herren wohl nicht...).
Über die Mengenangaben möchte ich mir so kein Urteil erlauben, da auch unser Vorrat nicht gerade unerheblich groß ist.
Ich habe einmal grob die Mengen der BBK-Vorratsempfehlung auf 4 Personen für den Zeitraum von 14 Tagen hochgerechnet. Dabei kommt das heraus:
- Getreideprodukte: 18Kg
- Kartoffeltrockenprodukte: 3Kg
- Milch/Joghurt: 18Kg
- Fleisch/Fisch: 8Kg
- Gemüse: 12 Kg
- Obst: 12 Kg
- Fette: 2Kg
- Getränke: 84 Liter
Leute, das ist schon ein ziemlich großer Haufen...wo soll das ein 08/15- Bürger in einer Mietwohnung lagern?
Aber wer glaubt, daß diese Empfehlung schon der Gipfel ist, der sollte sich folgende Empfehlung einmal ansehen.
Die nachfolgenden Mengen sind eine Empfehlung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Die Mengenkalkulation dient nahezu für alle anderen Behörden und Institutionen als Referenz.
Das zum Thema "Spezialisten"...
- Getreide/Brot/Kartoffeln: 26,8 Kg
- Gemüse/Hackfrüchte: 22,4 Kg
- Obst: 14,4 Kg
- Getränke: 112 ltr.
- Milch u. Milchprodukte: 14,8 Kg
- Fisch/Fleisch/Eier: 8,4 Kg
- Fette/Öle: 2 Kg
Das ist ja "eine Empfehlung" der genannten Behörde....
Wie soll eine ganz normale 4-köpfige Familie sowas denn z.B. in einer Mietwohnung unterbringen?
Naja...soweit denken die Damen und Herren wohl nicht....

