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Vorrat...für wieviel Tage?

Geschrieben von: Mathias | am 28. August 2011

[Update: 07.02.2013]

Es ist ganz sicher DAS Streitthema, nicht nur unter Leuten, die intensive Vorratslagerung betreiben!

Für welchen Zeitraum sorgt man vor?

Naja... das kann man so einfach natürlich nicht beschreiben, empfehlen und schon garnicht vorschreiben. Auch die Beweggründe, Ansichten und Planungen sind dabei sehr unterschiedlich.

Wenn man 10 Leute fragen würde, für welchen Zeitraum sie sich bevorraten und warum, so wird man vermutlich 10 verschiedene Antworten und auch 10 durchaus plausible Begründungen dafür hören.

Ich schreibe deshalb hier einfach mal, für welchen Zeitraum wir uns "bevorraten", also Preparedness betreiben und warum!

Wir, als eher ganz normale Bürger betreiben Vorsorge und Bevorratung für einen Zeitraum von ca. 14 Tagen bis maximal 2 Monaten.

Unsere "Notvorräte", insbesondere Lebensmittel und Wasser, sind so bemessen und kalkuliert, dass wir ganz sicher mit 4 Personen über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen zuverlässig versorgt sind.

Wir sind dann versorgt!

Also es besteht für uns eine Grundversorgung mit Notvorräten. Das bedeutet aber trotzdem eine ganz andere Versorgungsart im Gegensatz zum "normalen Leben". Diesen Aspekt vergessen die Leute oft bei dem Thema Notvorrat.

Bei unvorhergesehenen Ereignissen oder besser gesagt im absoluten Notfall würden wir diese Vorräte sozusagen "strecken" können bis zu maximal 2 Monaten (unter Einbeziehung aller Optionen der Eigenversorgung und bei maximaler Rationierung vom ersten Tag an).

Warum nicht länger?

Das erkläre ich jetzt hier mal anhand diverser Überlegungen, weil man das nicht einfach in einen Satz begründen kann....

Bei der Grenze, die wir für den Zeitraum einer Notbevorratung ziehen, gehen wir von einem Schadens- oder Krisenereignis aus, welches nicht lokal begrenzt ist, also einem sogenannten "Worst-Case-Szenario".

Auch wenn es sich ein wenig pessimistisch anhört, sollte man bei Notfall-Planungen grundsätzlich vom schlimmsten anzunehmenden Fall ausgehen, also dem oft genannten "Worst-Case-Szenario", aber ausdrücklich nicht von einem Endzeit-Szenario!

Grundsätzlich ist auch in Notlagen "positives Denken" mehr als hilfreich, ja sogar notwendig!

In Bezug auf den Bereich Notvorrat hier, würde es bedeuten, dass man für die Zeit X auf jeden Fall sozusagen grundversorgt ist. Tritt der schlimmste Fall nicht ein, hat man trotz Notlage eine relativ lockere Zeit vor sich...

Diese, und noch viele weitere Überlegungen beschränken unsere Vorratsplanungen eben auf ca. 14 Tage.

Wenn ich persönlich überlege und nachdenke, dass eventuell in einer Notsituation oder in einem Krisen- bzw. Schadensfall nach 14 Tagen immer noch keine Versorgung von Außen stattfindet bzw. es keine geregelte Grundversorgung mehr gibt, habe ich Zweifel daran, dass es dann darüber hinaus überhaupt  wieder in einem absehbaren Zeitraum eine Grundversorgung geben wird.

Für uns selbst ist die Realisation einer komplett autarken Versorgung zur Zeit und auch in einem absehbaren Zeitrahmen nicht möglich.

Dementsprechend geht es uns genau so wie dem Großteil aller Bundesbürger.

Abgesehen von den vielfältigen Gründen, ob ein Vorrat nun groß, klein, für kurze Zeit oder für lange Zeit konzipiert ist, muss auch der Platzbedarf eines Vorratslagers bedacht werden.

Wenn man die Vorratsempfehlungen der Behörden (z.B. BBK) betrachtet und diese auf die jeweilige Personenzahl und auf 14 Tage hochrechnet (bei uns z.B. dann 4 Personen), dann stellt man fest, dass diese "behördlichen" Empfehlungen so schon garnicht umsetzbar sind. Wo soll man denn diese Unmengen an Lebensmitteln unterbringen?

Wie so oft, wird scheinbar u.a. eher an die "gehobenen Gesellschaftsmitglieder" gedacht als an die ganz normalen Bürger (bei uns der sogenannte "kleine Mann").

Aber auch das ist nur ein kleines Puzzle-Teil in Bezug auf eine Vorratsplanung.

Wer sich schon etwas mit Preparedness beschäftigt hat oder bereits diverse "behördliche" Vorratsempfehlungen gelesen hat, dem fällt auf, dass wir auch diesen magischen Zeitrahmen von 14 Tagen nennen.

Ja, diese Vorratsempfehlung für 14 Tage gibt es von "offiziellen" Stellen nahezu rund um die Welt. Es wird immer gesagt, "bevorraten sie sich für ein bis zwei Wochen, also max. 14 Tage...:".

Als Grund wird oft gesagt "In diversen Situationen würden Rettungskräfte, Hilfsorganisationen oder sonstige Institutionen nun mal Zeit benötigen um den Ort des Geschehens zu erreichen...".

Das ist einerseits ja fast richtig, andererseits aber absoluter Bullshit, also Quatsch.

Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen....

Im Zeitalter der Internet-Recherche, von Wiki-Leaks und Co kommt jeder interessierte Prepper zu Informationen, die den wirklichen Grund für diese Zeitspannen offen legen (soweit man sich das nicht selbst schon anhand der Vergangenheit erklären kann...):

Es kursieren diverse Studien, wissenschaftliche Erhebungen und Ergebnisse von militärischen und behördlichen Planspielen, die zu folgendem Schluss kommen:

Wenn bei einer sogenannten "Großschadenslage von überregionaler Dimension" nicht innerhalb von ca. 14 Tagen die "öffentliche Ordnung" und somit auch die Grundversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser" wiederhergestellt ist, werden anarchistische und chaotische Verhaltensweisen in Großteilen der Bevölkerung festzustellen sein.

Im Klartext: Wenn nach ca. 14 Tagen nicht der größte Teil der Bevölkerung wieder mit Nahrung und Wasser versorgt wird, herrscht pure Gewalt und nur noch das Gesetz des Stärkeren.

Gewalt, die seitens der Behörden nur noch durch massive Gegengewalt wieder in den Griff zu bekommen ist, sprich den Einsatz von polizeilichen und militärischen Einheiten gegen die eigene Bevölkerung.

Ereignisse der Vergangenheit (Erdbeben und Krisen in zweit- und drittwelt-Ländern) bestätigen leider diese Erhebungen.

Aber all das rechtfertigt noch lange keine Endzeit- oder Doomer-Gedanken!

Bisher hat noch jede Krise und jede noch so schlimme Lage letztendlich wieder zur "Normalität" geführt..und das vergessen viele!!!

Trotz allem sollte man einmal rein fiktiv sein eigenes Umfeld unter "solchen Gegebenheiten" betrachten.

Es ist eine Krise, Katastrophe oder Notsituation beliebiger Ursache eingetreten...

Die Zeit von ungefähr 14 Tagen ist um...Rettung, Hilfe und Versorgung von "Außen" weit und breit nich zu sehen...

Dir, (da Du ja vorbereitet warst), geht es den Umständen entsprechend (noch) gut...

Jetzt wollen Dir plötzlich sogar die Nächsten Menschen sozusagen "an die Wäsche...".

...aber wollen die das wirklich? Oder suchen die auch nur Hilfe?

Natürlich ist die liebe Familie von Gegenüber nicht plötzlich abgrundtief böse geworden!

Nein, die haben vielleicht einfach nur Eines:  HUNGER!

Auch das rüstige Rentnerpaar von Nebenan ist nicht bösartig! Sie haben auch "nur" Hunger und Durst!

Als "verwöhnter" Bürger einer westlichen Industrienation kann man sich das kaum vorstellen...

Oft sagt man ja z.B. Abends zuhause, wenn man tagsüber wenig zu sich genommen hat..."oh man habe ich Hunger.."...

Leute! Sowas ist KEIN Hunger! Das ist einfach "Appetit"!

Richtigen Hunger kennen nur die Wenigsten!

Und wer wirklich einmal richtigen Hunger und richtigen Durst hatte, weiß wie wichtig Hilfe und Unterstützung ist.

Warum bist Du dann nicht vielleicht die Hilfe?

--- CUT ---

Auf Basis all dieser Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass eine Grund-Vorratshaltung über einen Zeitrahmen von  mehr als 14 Tagen bis maximal 2 Monaten hinaus nicht realistisch ist.

Ganz sicher teilen diese Meinung sehr viele andere "Bevorrater" nicht.

Zurück zu den Leuten, die Vorsorgen und den Vorräten....

Und jetzt?

Hier endet jetzt meine Ausführung, wieso und weshalb wir "nur" für rund 14 Tage mit Not-Vorräten planen....

Danach wird man schauen müssen...

Aber ganze Generationen vor uns haben die schlimmsten Dinge mitgemacht und?

Ist die Welt unter gegangen?

Nein!

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